{"id":362,"date":"2020-05-23T16:28:50","date_gmt":"2020-05-23T14:28:50","guid":{"rendered":"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/?page_id=362"},"modified":"2021-07-25T15:19:34","modified_gmt":"2021-07-25T13:19:34","slug":"liebesmond","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/de\/teil_03\/liebesmond\/","title":{"rendered":"Tagebuch eines Philosophen &#8211; Dritter Sommer &#8211; Liebesmond"},"content":{"rendered":"\n<h1>\n\t\tDas Murmeltier mit dem HalsbandTagebuch eines Philosophen\n\t<\/h1>\n<h3>\n\t\tTeil III &#8211; LiebesmondDritter Sommer\n\t<\/h3>\n\t\t\t\t<a href=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/\" target=\"_self\" itemprop=\"url\" rel=\"noopener\">\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/the_marmot_with_the_collar-1024x447.jpg\" alt=\"the_marmot_with_the_collar\" itemprop=\"image\" height=\"447\" width=\"1024\" title=\"the_marmot_with_the_collar\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n\t\t\t\t<\/a>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.01a \/ M.175 &#8211; M.03.02.04.06 \/ M.203\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tSPRACHE\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\t<a href=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/fr\/partie_03\/lune_de_amour\/\" title=\"Fran\u00e7ais\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">\n\t\tFran\u00e7ais\n\t\t<\/a>\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tDeutsch\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\t<a href=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/en\/part_03\/moon_of_love\/\" title=\"English\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">\n\t\tEnglish\n\t\t<\/a>\n\t<\/h4>\n<h3>\n\t\tNeumond\n\t<\/h3>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/new_moon-300x300.jpg\" alt=\"new_moon\" itemprop=\"image\" height=\"300\" width=\"300\" title=\"new_moon\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n<h4>\n\t\tErster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.01a \/ M.175\n\t<\/h4>\n\t<p>Der Liebesmond k\u00fcndet sich schlecht an. Der Gatte meiner Nachbarin ist pl\u00f6tzlich gestorben. Sie spielten eben ausgelassen miteinander, als ihn ein Schlagflu\u00df traf und er umsank.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie hat kein Gl\u00fcck, alle ihre Gatten sterben.<\/p>\n<h4>\n\t\tAm selben Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.01b \/ M.176\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich floh, um nicht abgelenkt zu werden durch die Wehklagen, die das Nachbarhaus erf\u00fcllen. Meine Flucht brachte mir einen wundersch\u00f6nen Spaziergang ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon seit langer Zeit f\u00fchlte ich mich zu einer Grotte hingezogen, die sich in den Felsen \u00fcber mir \u00f6ffnet. Der Zutritt schien mir nicht unm\u00f6glich. Ich wei\u00df nicht, warum ich so lange z\u00f6gerte, einmal dorthinauf zu gehen. Vielleicht f\u00fcrchtete ich, ohne es mir einzugestehen, es g\u00e4be irgendein verborgenes Geheimnis in dieser H\u00f6hle. Halb aus Zufall, halb aus bedachtem Plane entfloh ich nach dieser Seite. Das Herz schlug mir wohl ein wenig, als ich den Kopf beim Eingang vorstreckte; aber ich sah nur wirklich vollkommen Sch\u00f6nes. Ich nehme mir vor, wieder dorthin zu gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u00d6ffnung ist eng, aber die Grotte selbst ger\u00e4umig wie ein hohes Gew\u00f6lbe. Die W\u00e4nde sind mit violetten Kristallen bewachsen; die einen sind sehr dick, die anderen fein wie Nadeln. Eine Quelle entspringt dem Fels, sie bildet im Hintergrund der Grotte einen kleinen See, dessen klares, durchsichtiges Wasser den Moosgrund sehen l\u00e4\u00dft. Einige Halme neigen ihre bunten \u00c4hren \u00fcber diesen Spiegel, ein Busch kleiner goldener Veilchen badet seine Bl\u00e4tter in dem murmelnden B\u00e4chlein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es scheint nicht, da\u00df je ein Tier in dieser verzauberten H\u00f6hle Wohnung nahm. Wenn jemand sie bewohnt, so kann es nur ein Berggeist sein. Das Wasser ist durchsichtiger als die Perlen des Taues, und es besitzt einen kristallnen Geschmack, wie es andere Wasser nicht haben. Ich tauchte nur meine Lippenspitzen ein; ich hatte Furcht, es zu beschmutzen. Die zur\u00fcckfallenden Tropfen lie\u00dfen das Gew\u00f6lbe seltsam erklingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich erwartete den Abend am Eingang der Grotte und betrachtete die Welt zu meinen F\u00fc\u00dfen. Die Lebhaftigkeit unter den Murmeltieren des Tales war gro\u00df. Auf meiner Terrasse war man in tiefer Trauer; anderswo spielte und erlustigte man sich auf den bl\u00fchenden Wiesen. Der Liebesmond beginnt. Und ich, ich dachte an die unbekannte Hand, die diese Kristalle gebildet. Es wird noch manches Mysterium in der Natur geben, wenn ich einmal das Geheimnis der Murmeltiere und ihrer Langen Nacht gel\u00f6st habe.<\/p>\n<h4>\n\t\tZweiter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.02 \/ M.177\n\t<\/h4>\n\t<p>Die Nachricht vom Trauerfall meiner Nachbarin hat sich im ganzen Tal verbreitet. Die Besuche str\u00f6men herbei. Alle Murmeltiere aus der Umgegend kommen, um ihr die \u00fcblichen Beileidsbezeugungen zu erweisen. Es ist dies eine F\u00f6rmlichkeit, der ich mich nicht entziehen kann. Ich werde als letzter gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was werde ich w\u00e4hrend dieses langen Sommers tun? Ich stelle Reisepl\u00e4ne zusammen. Ich m\u00f6chte die Welt durchwandern, aber nicht allein. Es ist nicht etwa, da\u00df die Einsamkeit mich dr\u00fcckt, im Gegenteil. Aber es ist so angenehm auf der Reise, die Langeweile des Weges durch angemessene Plaudereien abzuk\u00fcrzen. Meine allzu kurze Verbindung mit dem Schneehasen lie\u00df mich an der Freundschaft Geschmack finden. Ich werde sicherlich wieder einen anderen finden, der mit mir \u00fcber die Sch\u00f6nheiten des Winters redet. Der Hase vom letzten Herbst, ein Bruder des Verstorbenen, wie ich glaube, mu\u00df nicht weit weg wohnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine erste Reise gilt der Dent Noire. Das Unterfangen ist ernst, aber ich habe die Route gepr\u00fcft, zu zweien werden wir sie erreichen. Man mu\u00df von der Dent Noire noch weiter sehen k\u00f6nnen als von der Becca de l&#8217;Oura. Wenn wir dort oben sind, werden wir das Ziel der zweiten Reise festsetzen. Die Welt lockt mich.<\/p>\n<h4>\n\t\tDritter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.03 \/ M.178\n\t<\/h4>\n\t<p>Diesen Morgen, nach einem frugalen Fr\u00fchst\u00fcck feinster Bergblumen, machte ich mich auf die Suche nach dem Schneehasen. Mein Weg ging so nahe am Bau meiner Nachbarin vorbei, da\u00df ich nicht darauf verzichten konnte, ihr die Tr\u00f6stungen der Philosophie darzubringen. Sie schien sichtlich \u00fcberrascht, sie erwartete meinen Besuch nicht. Ich fand sie in Tr\u00e4nen aufgel\u00f6st. Sie hatte die ganze Nacht hindurch geweint. Das hinderte sie aber nicht, meine Reden anzuh\u00f6ren und darauf allerlei weise Dinge zu antworten. Ich bereue, bei mehr als einer Gelegenheit schlecht von ihr gesprochen zu haben. Ich hatte sie mit voreingenommenen Augen betrachtet. Ich tat unrecht daran. Die erste Pflicht des Philosophen ist, gerecht zu sein. Ich nehme alles zur\u00fcck und widerrufe feierlich, was ich je Abf\u00e4lliges \u00fcber sie sagte. Sie ist ohne Zweifel nicht mehr jung, aber sie tr\u00e4gt ihr Alter leicht. Sie hat ein ansprechendes \u00c4u\u00dferes und einen tadellosen Wuchs. Sie beweist eine gute Haltung in ihrer Trauer und bewundert die Philosophie. Sie sagte es mir selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich fand den Schneehasen nicht.<\/p>\n<h4>\n\t\tVierter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.04 \/ M.179\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich wei\u00df nicht, was aus diesem Schneehasen geworden ist. Ich suchte ihn von neuem vergeblich. Es stimmt allerdings, da\u00df ich nicht mehr viel Lust dazu habe. Diese gro\u00dfe Trauer hat mich ersch\u00fcttert.<\/p>\n<h4>\n\t\tF\u00fcnfter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.05 \/ M.180\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich rannte den ganzen Tag in der Gegend herum. Ich wei\u00df nicht, was \u00fcber mich gekommen ist. Ich f\u00fchle mich nirgends wohl. Eine Idee durchzuckt mein Gehirn, die mich g\u00e4nzlich aufw\u00fchlt&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbler Mond!<\/p>\n<h4>\n\t\tSechster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.06 \/ M.181\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich mu\u00df, welche Scham ich auch dabei empfinde, ein Gest\u00e4ndnis ohne Umschweife ablegen. Dieser Morgen fand mich vor der T\u00fcr meiner Nachbarin. Ich trat ein. Ich hatte nicht die Absicht, hinzugehen; ich wei\u00df nicht, was mich dazu trieb. Einmal drin, wu\u00dfte ich nicht was sagen. Sie war g\u00fctig genug, meiner Ungeschicktheit zu Hilfe zu kommen, und alles ging gut. Sie vergo\u00df immer noch Tr\u00e4nen, und ich weinte mit ihr. Sie sagte mir, da\u00df ihr das gut t\u00e4te. Ich fragte sie auch, ob sie keine Angst vor meinem Halsband habe. Sie sagte nein. Sie liebe das Au\u00dfergew\u00f6hnliche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach dem Besuch ging ich zur Grotte hinauf und verbrachte dort den gr\u00f6\u00dften Teil des Tages in tiefem Nachdenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ist es schwerer, zu zweit oder allein zu philosophieren, verheiratet oder als Junggeselle?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist die Frage, die ich mir stellte. Sie verdient sehr genau gepr\u00fcft zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu zweien kompliziert sich der Haushalt, besonders, wenn man ganz kleine Kinder hat. Die Zeit, die man durch sie verliert, ist nicht das wesentlichste; es bleibt immer noch genug \u00fcbrig. Was man bef\u00fcrchten mu\u00df, sind diese ablenkenden Zerstreuungen. Statt an die Weisheit zu denken, denkt man an seine Frau. Die Mehrzahl der Murmeltiere besitzt keine gen\u00fcgend gro\u00dfe Seele; es findet bei ihnen nur eines dieser Gef\u00fchle Raum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anderseits taugt die fortgesetzte Einsamkeit nichts, selbst f\u00fcr den Philosophen. Auf die L\u00e4nge dr\u00fcckt sie auf die Gedanken. Darum sp\u00fcrte ich wahrscheinlich schon voriges Jahr und dieses Jahr von neuem den Wunsch nach einer Freundschaft. Man mu\u00df reden, um zu denken; man mu\u00df sich aussprechen k\u00f6nnen. Man kann wohl allein mit sich selbst sprechen; aber es geschieht dann oft, da\u00df man such zu verstehen glaubt, bevor man sich wirklich vestanden hat, und da\u00df ein Gedanke in Tr\u00e4umereien ausartet. Dies ist nicht m\u00f6glich, wenn man gemeinsam mit einem Freunde forscht. Vier Augen sehen \u00fcbrigens mehr als zwei, und zwei K\u00f6pfe leisten mehr Arbeit als einer. Dabei ermutigt mann sich und hilft sich noch gegenseitig; oft teilt man sich in die Aufgabe. Es gibt Forschungen, f\u00fcr die man zu zweit sein mu\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber die wichtigste Frage ist die, ob es besser sei, mit einem Freund oder mit einer Frau zu philosophieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Freundschaft basiert auf einer gewissen Ruhe, die der Erforschung der Weisheit zweifellos zutr\u00e4glich ist. Die Freundschaft kennt weder die St\u00fcrme der Leidenschaft noch die Verwirrung der Sinne. Sie ist eine Bindung, die lediglich die Seelen eint. Diese Argumente sind gewi\u00df sehr stark; aber man wendet andererseits nicht ohne Grund ein, da\u00df es keine vollkommene Vertraulichkeit au\u00dferhalb der Ehe g\u00e4be.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was die Freunde anbetrifft, so w\u00e4re es vielleicht am besten, einen Murmeltierfreund zu haben. Aber dies ist au\u00dferordentlich schwierig. Alle Murmeltiere, die ich kannte, waren durch das h\u00e4usliche Leben vollauf in Anspruch genommen. Wenn es welche gibt, die die Weisheit pflegen, so tun sie es im Geheimen. Die Mehrzahl gleitet \u00fcber das Leben hin. Sie lieben und spielen. Ich w\u00fc\u00dfte wahrlich nicht, wo ich einen Murmeltierfreund finden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erfahrung des letzten Jahres beweist mir, da\u00df eine Freundschaftsbeziehung mit einem Schneehasen nicht unm\u00f6glich ist. Dennoch wurden wir beide mehr als einmal daran erinnert, da\u00df er Hase war und ich Murmeltier. Die Naturtriebe der beiden Rassen sind eben verschieden. Die Abneigung, die ihnen unsere Erdbaue einfl\u00f6\u00dfen, ist seltsam, und sie begreifen nichts von dem kalten Schreck, der unsere fr\u00f6stelnde Rasse allein schon beim Gedanken an ein Hasenlager durchf\u00e4hrt. H\u00e4tten wir uns jemals ganz verstanden? Man mu\u00df daran zweifeln. Wie h\u00e4tten wir es beispielsweise angestellt, um zusammen die Lange Nacht zu verbringen? Was w\u00e4re aus mir in seinem Lager geworden? Was ist \u00fcberhaupt so ein Lager? Diese Nester im Heu gehen ja noch an. Aber h\u00e4tte ich auf seine Hilfe rechnen k\u00f6nnen im Kampf gegen den Schlaf? H\u00e4tte er sich nie \u00fcber meine Schw\u00e4chen lustig gemacht?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine getreue Gattin, die die Weisheit ebensosehr oder noch mehr als ihren Gatten liebt, w\u00e4re die sicherste Hilfe f\u00fcr die Lange Nacht. Man k\u00f6nnte mit ihr alles besprechen und alles vorbereiten; man w\u00e4re sicher, verstanden zu werden. Wenn ich hieran denke, so ergreift mich eine Ekstase. Wir w\u00fcrden uns gegenseitig ermutigen. Wenn sie schwach w\u00e4re, w\u00fcrde ich sie tr\u00f6sten, und wenn mein Kopf sich m\u00fcde senkte, so w\u00fcrde die ihn durch eine Liebkosung ihrer Pfote wieder aufrichten. Vielleicht w\u00fcrden wir auch vereinbaren, abwechslungsweise Wache zu halten. Wenn sie sich schl\u00e4frig f\u00fchlt, w\u00fcrde sie mich wecken. Das w\u00e4re besser als Stechpalmenbl\u00e4tter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man mu\u00df nichts \u00fcberst\u00fcrzen. Denken wir nach; w\u00e4gen wir das F\u00fcr und Wider ab. Wie immer auch meine Entscheidung sei, ich will sie als Philosoph f\u00e4llen.<\/p>\n<h4>\n\t\tSiebenter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.07a \/ M.182\n\t<\/h4>\n\t<p>Was hat eigentlich dieses junge Murmeltier, das ich in der Nachbarschaft herumstreifen sah, hier verloren? Es ist ja noch nicht einmal trocken hinter den Ohren. Sollte es etwa wagen, einem Philosophen ins Gehege zu kommen?<\/p>\n<h4>\n\t\tAm selben Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.07b \/ M.183\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich habe alles \u00fcberdacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die ideale L\u00f6sung ist, eine Frau und einen Freund zu haben, und die Philosophie zu dreien zu pflegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich werde also, sobald die Trauertage vorbei sind, zu meiner sch\u00f6nen Witwe gehen und ihr sagen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Sie sind es, Madame, die ich nach der Philosophie auf dieser Welt am meisten liebe. Wenn Sie mich auch ein wenig liebten, k\u00f6nnten wir zusammen die Weisheit suchen, aber nur unter der Bedingung, da\u00df auch Sie die Weisheit lieben, ja da\u00df Sie sie gl\u00fchender lieber, als Sie jemals Ihren Gatten lieben werden.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der wichtigste Grundsatz aller Weisheit ist, die Reihenfolge der Zuneigungen einzuhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn sie mich ein wenig liebt, und wenn sie die Philosophie sehr liebt, werden wir uns heiraten und danach trachten, einen Schneehasen zum Freund zu haben.<\/p>\n<h4>\n\t\tAm selben Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.01.07c \/ M.184\n\t<\/h4>\n\t<p>Es erfa\u00dft mich eine unverst\u00e4ndliche Wut beim Gedanken an diesen gr\u00fcnen Don Juan, den ich beim Sinken des Tages wieder sah. Es gibt keinen Zweifel mehr, er hat seine Augen auf sie geworfen. Er wartet nur auf das Ende der Trauerzeit, um sich zu erkl\u00e4ren. Wir werden ja sehen, wer Erfolg haben wird.<\/p>\n<h3>\n\t\tErstes Viertel\n\t<\/h3>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/first_quarter-300x300.jpg\" alt=\"first_quarter\" itemprop=\"image\" height=\"300\" width=\"300\" title=\"first_quarter\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n<h4>\n\t\tErster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.01a \/ M.185\n\t<\/h4>\n\t<p>Je mehr ich dar\u00fcber nachdenke, desto \u00fcberzeugter bin ich, da\u00df ich meine Entscheidung als Philosoph gef\u00e4llt habe. Es ist wahr, da\u00df diese junge Witwe mein Herz ger\u00fchrt hat. Ich sah sie so aufrichtige Tr\u00e4nen vergie\u00dfen. Warum sollte ich mich gegen nat\u00fcrliche Gef\u00fchle wehren? Die Philosophie verdammt sie nicht, sie verkl\u00e4rt sie und hebt sie ins Reine. Ich bin entschlossen, sie nur zu heiraten, wenn sie wie ich die Weisheit mehr als alles in der Welt liebt. Ich schlie\u00dfe also eine Vernunftehe. Ich breche mein Gel\u00fcbde nicht, sondern ich erf\u00fclle es. Mit diesem Gef\u00fchl gehe ich erhobenen Hauptes und ruhigen Gewissens. Ich f\u00fchle mich mehr Philosoph als je zuvor.<\/p>\n<h4>\n\t\tAm selben Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.01b \/ M.186\n\t<\/h4>\n\t<p>Zu denken, da\u00df sie den andern vielleicht bevorzugen ist! Sie hat mir wohl erkl\u00e4rt, da\u00df sie die Wissenschaft bewundere. Aber traut den Frauen!&#8230; Er hat ein feines Fell. Er ist noch nicht aufgerieben und zerrissen von den Dornen des Lebens. Er hat einen gekr\u00e4uselten Schnurrbart, ein lebhaftes Auge, schwarzes Haar&#8230; Genug! Es gibt keinen Vergleich zwischen mir und diesem Kerl. Wenn sie eine Philosophin ist, wird sie nicht z\u00f6gern. Wenn sie es nicht ist&#8230; Auf jeden Fall wird sie sich durch ihre Entscheidung selbst richten.<\/p>\n<h4>\n\t\tZweiter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.02 \/ M.187\n\t<\/h4>\n\t<p>Die Trauerzeit f\u00fcr einen Ehegatten betr\u00e4gt acht volle Tage nach dem Tag des Todes. Die ihrige endet also heute abend. Morgen werden mich die ersten Lichter der D\u00e4mmerung vor ihrer Schwelle sehen. Diese Nacht wird f\u00fcr mich Jahrhunderte lang dauern. Es wird eine neue Art von Langer Nacht sein. Ach, wenn ich nur die Augen schlie\u00dfen k\u00f6nnte! Diesmal m\u00f6chte ich schlafen. Ich werde alle Minuten, alle Sekunden dahinflie\u00dfen f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn sie ihm den Vorzug g\u00e4be!<\/p>\n<h4>\n\t\tDritter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.03 \/ M.188\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich begab mich zu ihr beim ersten Tagesgrauen und sagte ihr folgendes:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Verehrteste Dame, nach der Philosophie sind Sie es, die ich am meisten auf der Welt liebe.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie schlug gesch\u00e4mig die Augen nieder. Ich schwieg einen Augenblick, damit sie sich vorbereiten konnte auf das, was folgen w\u00fcrde. Ich fuhr mit diesen Worten fort:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Wenn Sie Ihrem ergebenen Diener Beachtung schenken k\u00f6nnen, so werden wir zusammen nach der Weisheit suchen. Aber sie mu\u00df Ihre haupts\u00e4chlichste Leidenschaft sein, und Sie m\u00fcssen mich ihretwegen heiraten, wie es auch um der Weisheit willen ist, da\u00df ich Sie zu heiraten w\u00fcnsche.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sprach mit nachdr\u00fccklicher Stimme in dem\u00fctiger Haltung. Sie hielt die Augen immer noch gesenkt. Als sie den Mund \u00f6ffnete, kamen Worte von ihren Lippen, die f\u00fcr ewig in mein Herz eingegraben sein werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Ich habe meinen Gatten acht Tage beweint, wie es sich geziemt f\u00fcr eine treue Gattin. Wenn Sie nicht w\u00e4ren, w\u00fcrde ich ihn immer noch beweinen. Sie allein k\u00f6nnen mich tr\u00f6sten.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Und die Philosophie, Madame, die Philosophie?&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie erhob die Augen mit einem ganz g\u00f6ttlichen L\u00e4cheln. Sie allein besitzt ein solches L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Ich mache keinen Unterschied zwischen Ihnen und der Philosophie. Ich liebe Sie nicht mehr als sie, ich liebe sie nicht mehr als Sie. Sie sind meine Philosophie, und meine Philosophie sind Sie.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Antwort erschien mir tief. W\u00e4hrend ich mich dar\u00fcber nachdachte, lagen wir und schon gegenseitig in den Armen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim Weggehen begegnete ich dem blutjungen Kerl. War der geschniegelt, gek\u00e4mmt und aufgeputzt! Meine Nachbarin&#8230; was sage ich?&#8230; meine Braut, meine junge und sch\u00f6ne Braut, warf ihm einen mitf\u00fchlenden Blick zu. Sie ist ja so gut! Er verstand und zog sich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Armer Kerl, auch ich habe Mitleid mit ihm.<\/p>\n<h4>\n\t\tVierter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.04 \/ M.189\n\t<\/h4>\n\t<p>Meine Braut verlangt, da\u00df die Hochzeit am Vorabend des Vollmondes stattfinde. Dies sei ein gl\u00fcckbringender Tag, sagt sie. Und es lebt ja auch noch ihre Mutter, die schon sehr alt ist. Sie will sie besuchen gehen und ihr diese drei Tage widmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie werde ich diese Wartezeit \u00fcberleben?<\/p>\n<h4>\n\t\tF\u00fcnfter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.02.05 \/ M.190\n\t<\/h4>\n\t<p>Sie ist fort, und ich warte auf sie, allein mit meinem Halsband. Ich erleide alle Qualen der Unruhe und der Eifersucht. Wenn ihr ein Ungl\u00fcck zustie\u00dfe? Die Menschen!&#8230; die Hunde!&#8230; der Geier!&#8230; Wenn sie nicht mehr zur\u00fcckk\u00e4me? Wenn ein anderer&#8230; Oh, ihr G\u00f6tter, wacht \u00fcber sie und habt Mitleid mit mir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich glaubte mich nicht mehr einer so starken Liebe f\u00e4hig. Meine Geduld unterliegt einer furchtbaren Probe.<\/p>\n<h3>\n\t\tVollmond\n\t<\/h3>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/full_moon-300x300.jpg\" alt=\"full_moon\" itemprop=\"image\" height=\"300\" width=\"300\" title=\"full_moon\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n<h4>\n\t\tErster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.01 \/ M.191\n\t<\/h4>\n\t<p>Sie ist zur\u00fcckgekehrt! Der sch\u00f6nste Tag meines Lebens ist vor\u00fcber. Es werden andere folgen, die nicht weniger sch\u00f6n sein werden.<\/p>\n<h4>\n\t\tZweiter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.02 \/ M.192\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich mache eine bittere Entdeckung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Frau bewundert in der Tat die Philosophie. Aber ihre Philosophie ist eine andere als die meine.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich liebe meine Frau deswegen nicht weniger; sie ist deswegen nicht weniger vollkommen. Aber es bleibt eine Wunde in meinem Herzen, die ich vor ihr verstecke, um ihr keinen Kummer zu bereiten.<\/p>\n<h4>\n\t\tDritter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.03 \/ M.193\n\t<\/h4>\n\t<p>Nach meiner Frau ist uns die Vernunft nicht gegeben worden, um unn\u00fctze Wissenschaften zu pflegen, sondern um uns selbst zu beherrschen. Nun ist der erste Grundsatz der Selbstbeherrschung, sich nicht mit unfruchtbaren Gedanken zu qu\u00e4len.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt zwei Dinge, sagt sie: der Gedanke und das Leben. Sie sind scheinbar f\u00fcr einander geschaffen. In Wirklichkeit haben sie nichts Gemeinsames. Man mu\u00df w\u00e4hlen. Sie hat gew\u00e4hlt, ich habe gew\u00e4hlt, und wir haben nicht dieselbe Wahl getroffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich werde wiederum allein sein zu den Wachen in der Langen Nacht.<\/p>\n<h4>\n\t\tF\u00fcnfter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.05 \/ M.194\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich machte gestern einen Versuch, meine Frau zu bekehren. Ich zweifle am Gelingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Frau spottet \u00fcber die Lange Nacht, \u00fcber den Winter und die Geheimnisse unseres Schlafes. Sie behandelt meine Studien als Hirngespinste und meine \u00dcberlegungen als unzeitgem\u00e4\u00dfe Merkw\u00fcrdigkeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Du willst den Schlaf beobachten&#8221;, sagte sie mir. &#8220;Die Idee ist nicht neu, aber sie f\u00fchrt zu nichts. Um es richtig zu machen, m\u00fc\u00dfte man ihn an sich selbst beobachten, denn bei den andern k\u00f6nnte man nur die \u00c4u\u00dferlichkeiten und die Erscheinungsformen des Schlafes betrachten. Man m\u00fc\u00dfte sich schlafen f\u00fchlen, das hei\u00dft, man m\u00fc\u00dfte zugleich schlafen und nicht schlafen.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich mu\u00df gestehen, da\u00df ich sprachlos war, als ich diese Dinge h\u00f6rte. Meine Frau hat das Talent, mir solche Vernunftschl\u00fc\u00dfe ins Gesicht zu schleudern, die mich mit einem Schlag aus der Fassung bringen. Ich wei\u00df nicht, wo sie sie hernimmt. Sie hat \u00fcber nichts nachgedacht, sie macht sich eine Ehre, einen Sport daraus, grunds\u00e4tzlich \u00fcber nichts nachzudenken, und doch ber\u00fchrt sie kein Thema, ohne reizende und neue Ausblicke zu finden. Meine Frau besitzt geistige Qualit\u00e4ten. Ihre Beredsamkeit ist ansteckend. Seit f\u00fcnf Tagen bin ich verheiratet und ich frage mich schon, ob die ganze Philosophie nicht etwa ein Schwindel sei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich ging dennoch wieder zum Angriff \u00fcber und legte dar, da\u00df die Beobachtungen der Schlaferscheinungen keine so wertlose Sache seien, und da\u00df es f\u00fcr uns theoretisch und praktisch sehr wichtig sei, zwischen den zwei Arten des Schlafes zu unterscheiden, zu wissen, welches die Ursachen des Schlafes der Langen Nacht sind, und bis zu welchem Grade der Unempfindlichkeit sie uns bringen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Frau geht mit mir darin einig, aber um mit dem n\u00e4chsten Satz alsogleich die M\u00f6glichkeit jeder nutzbringenden Beobachtung des Schlafes der Langen Nacht zu leugnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Man kann&#8221;, sagte sie, &#8220;an andern den gew\u00f6hnlichen Schlaf beobachten, weil es ein individueller Schlaf ist und er uns nicht alle zu gleicher Zeit \u00fcberf\u00e4llt. Die Ursache, die ihn hervorbringt, wechselt in der Intensit\u00e4t nach einer Menge von Umst\u00e4nden, und wir k\u00f6nnen ihn fast nach Gutd\u00fcnken aufschieben oder verz\u00f6gern. Der Schlaf der Langen Nacht gleicht ihm nicht. Er ist ein Rassenschlaf. Et trifft uns alle zugleich und mit einer Wucht, die bestimmt ist durch Ursachen, die unabh\u00e4ngig sind von uns. Der st\u00e4rkste Wille kann ihn kaum um einige Momente verz\u00f6gern, und er k\u00f6nnte uns in diesen wenigen Augenblicken kaum die n\u00f6tige Geistesklarheit geben, die man zu jeder ernsthaften Beobachtung braucht. Was soll man von Leuten denken, die zu Dreivierteln schlafen, und damit besch\u00e4ftigt sind, andere zu beobachten, die schon g\u00e4nzlich schlafen? Eine sch\u00f6ne Philosophie, die Stechpalmenbl\u00e4tter n\u00f6tig hat, um sich wach zu halten. Und wer sagt dir, da\u00df diese gen\u00fcgen? Der Schneehase hatte recht, mein Freund! Die Natur besitzt ihre Verh\u00e4ngnisse. Wenn es geschrieben steht, da\u00df uns bei einer K\u00e4lte der Schlaf \u00fcberfallen mu\u00df, so werden wir vergebens versuchen, wach zu bleiben, Auch das Wasser hat seinen Punkt, wo es gefriert. Wenn du l\u00e4nger gewacht hast als die andern im letzten Herbst, so ist es nur, weil es in deinem Bau, der tiefer unten lag, warmer war; aber sobald du dich unter den gleichen Lebensbedingungen befandst wie die andern, bist du wie sie vom Schlaf gepackt worden; und deine ganze Wissenschaft reichte nicht einmal dazu hin, dich zu erinnern, wie du neben den rechtm\u00e4\u00dfigen Einwohnern der Behausung eingeschlafen bist, die du als vagabundierender Philosoph aufgrebrochen hast.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als meine Frau geendet hatte, fragte ich sie, wo sie die Zeit hern\u00e4hme, um an so viele Dinge zu denken, da sie sich doch eine Ehre daraus mache, so wenig wie m\u00f6glich zu denken. Sie antwortete mir, da\u00df ich sehr d\u00fcnkelhaft sei, wenn ich glaubte, der einzige in seiner Art zu sein, der einige Folgerichtigkeiten in seinen Gedanken besitzt und unn\u00fctzerweise \u00fcber die Probleme des Daseins nachdenkt. Sie behauptet, da\u00df die Murmeltiere von Natur aus ihren Geist zur Beschauung hinwendeten, da\u00df sie in fr\u00fcheren Zeiten viel philosophiert h\u00e4tten, da\u00df sie noch in ihrer Jugend philosophieren, und da\u00df es die Erfahrungen des Lebens und die Entt\u00e4uschungen der Wissenschaft seien, die ihren Geist ern\u00fcchtert h\u00e4tten. Ich sei nichts weiter als naiv geblieben, sagte sie, ich h\u00e4tte nicht wahrhaft gelebt; mein Aufenthalt bei den Menschen h\u00e4tte den gew\u00f6hnlichen Verlauf meines Lebens gest\u00f6rt, und wenn ich in meinem Alter noch philosophiere, so sei dies ein \u00dcberrest von Kindlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Wort Kindlichkeit schien mir stark. Ich wollte protestieren, aber sie lie\u00df sich nicht unterbrechen. Die Worte flossen reichlicher und ungest\u00fcmer aus ihrem Munde als die Wellen des Wildbachs, der im Talgrunde donnert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Ja&#8221;, rief sie aus, &#8220;es ist ein \u00dcberrest von Kindlichkeit. Was ist denn diese Furcht vor dem Schlaf der Langen Nacht? Die Natur will diesen Schlaf. Ich vertraue mich der Natur an. Alles, was sie tut, ist wohlgetan. Und wenn es wahr w\u00e4re, da\u00df sie sich irrt, so k\u00f6nnten wir sie doch nicht verbessern. Hierin liegt die Nichtigkeit deiner Philosophie. Sie will immer die Natur korrigieren und kann es nicht. Was kann es uns k\u00fcmmern, was sich w\u00e4hrend unseres Schlafes ereignet? Sind wir vielleicht mehr in Sicherheit, wenn wir wachen? War mein letzer verstorbener Gatte nicht sch\u00e4kernd mir zur Seite, am ersten Tage des Liebesmonds, als der Tod ihn f\u00e4llte? Die Menschen, sagst du, h\u00e4tten sich deiner bem\u00e4chtigt, als du schliefst? Haben sie nie ein Murmeltier w\u00e4hrend der Hitze des Sommers gefangen? Du willst wissen, was der Winter ist? Krankhafte Neugierde! Winter ist Winter. Was geht mich das Glitzern einiger Schneek\u00f6rnchen an und die Majest\u00e4t der Stille, die der geringste Windhauch st\u00f6ren kann? Die Sch\u00f6nheit des Winters besteht f\u00fcr mich darin, tief zu schlafen an der Seite meines Gatten und meiner Kinder. Gl\u00fccklich die Rassen, die schlafen k\u00f6nnen! Siehst du nicht, da\u00df diese Hasen, die niemals schlafen, die melancholischsten aller Bergtiere sind? Sie sind traurig, weil sie von der Philosophie leben. Der Instinkt der Natur, die nicht will, da\u00df die Rassen zugrunden gehen, l\u00e4\u00dft sie sich gegenseitig im Fr\u00fchling aufsuchen. Aber was wissen sie sonst voneinander? Kennen sie sich auch nur? Sie kennen die Philosophie. Traurige Philosophie, die aus einem lebendigen Tier einen egoistischen Tr\u00e4umer macht! Der Schlaf f\u00f6rdert die Lebensfreude. Es ist mehr Freude bei einem einzigen schlafenden Murmeltier als bei zehn wachenden Hasen. Du suchst R\u00e4tsel! Wozu sie in die Ferne verlegen? Ist nicht alles Geheimnis in und um uns? Wirst du auf einer h\u00f6heren Stufe stehen, wenn du wei\u00dft, wie viele Monde die Lange Nacht dauert? Man will, da\u00df sie sechs Monde w\u00e4hrt. Gut! Sechs Monde Ruhe sind nicht zuviel, um sich von sechs Monden Bewegung zu erholen. Das gro\u00dfe Geheimnis ist die Natur, die alle andern R\u00e4tsel in sich begreift. Wir wissen nicht, was die Natur ist; aber wer immer seine Ohren nicht verstopft, h\u00f6rt ihre Stimme. Ich vernehme sie deutlich und ich folge ihr. Sie befiehlt mir, sich zu lieben, und ich liebe dich: dies ist meine Philosophie.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So sprach meine Frau, und es schien, als ob ihre Reden kein Ende finden k\u00f6nnten. Als sie diese letzten Worte aussprach, warf sie sich in meine Arme, die sich offen fanden, und dr\u00fcckte mich mit einer so au\u00dferordentlichen Kraft an sich, da\u00df ich fast ohnm\u00e4chtig wurde. Ich k\u00f6nnte nicht sagen, ob diese lange Unterhaltung mir Kummer oder Freude bereitet hat. Das eine und andere vielleicht. Meine Frau ist bewundernswert. Sie ist mir unendlich \u00fcberlegen. Vielleicht hat sie das besser Teil erw\u00e4hlt. Warum haben wir nicht das gleiche gew\u00e4hlt?<\/p>\n<h4>\n\t\tSechster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.06 \/ M.195\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich f\u00fchrte meine Frau zur Grotte. Ich versprach mir viel davon; aber sie ist wenig wanderlustig und fand, da\u00df die M\u00fcdigkeit das Vergn\u00fcgen \u00fcberwiege. Sie hatte nichts Eiligeres zu tun bei der Ankunft, als Veilchen zu fressen und in gro\u00dfen Schlucken zu trinken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Kristalle sagen ihr nichts. Ein guter Bau, vollgestopft mit Heu, dazu einen unartigen Gatten, den man liebt und den man qu\u00e4lt: das gef\u00e4llt ihr mehr als alle Grotten der Welt.<\/p>\n<h4>\n\t\tSiebenter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.03.07 \/ M.196\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich sprach ziemlich ungeb\u00fchrlich \u00fcber Meister Dachs und seine Ansicht, da\u00df wir vor lauter Fett schlafen. Meine Frau packt diese Idee im Sprung und legte sie nach ihrer Art aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie glaubt, da\u00df das Leben aus regelm\u00e4\u00dfigen Abwechslungen besteht und sozusagen rhythmisch abgestuft ist zwischen Wachen und Schlafen. Es gleicht den Pulsschl\u00e4gen des Herzens oder den Wellen an der Oberfl\u00e4che des Wassers. W\u00e4hrend des Wachens verwenden wir unsere Kr\u00e4fte und bereichern uns mit ihren Ertr\u00e4gnissen; w\u00e4hrend des Schlafes geben wir die Reicht\u00fcmer der wachen Tage aus; wir magern ab, aber wir erwachen munterer. Die verlorene F\u00fclle hat sich in neue Kr\u00e4fte verwandelt. Darum mu\u00df der, der mehr wacht, auch mehr schlafen. Die Ruhe gleicht sich der Bewegung an. Lebenshungrige Rassen sind zugleich auch schl\u00e4frigen Rassen. Es gibt \u00fcbrigens eine ganze Rangordnung des Schlafes: der individuelle Schlaf der gew\u00f6hnlichen N\u00e4chte; der tiefere Schlaf der Langen Nacht, der gewissen, bevorzugten Rassen vorbehalten bleibt, und endlich der noch tiefere Schlaf des Todes, der allen Lebewesen gemeinsam ist au\u00dfer den G\u00f6ttern. Vielleicht gibt es noch einen l\u00e4ngeren und tieferen Schlaf, dem selbst die G\u00f6tter unterworfen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Frau begeisterte sich, als sie von der tiefen Wollust dieser immer vollst\u00e4ndigeren Ruhe sprach, der ein tatenvolles Leben vorausgeht. Es schien beim Zuh\u00f6ren, also ob sie selbst von jedem dieser Schlafe gekostet h\u00e4tte.<\/p>\n<h3>\n\t\tLetztes Viertel\n\t<\/h3>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/last_quarter-300x300.jpg\" alt=\"last_quarter\" itemprop=\"image\" height=\"300\" width=\"300\" title=\"last_quarter\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n<h4>\n\t\tErster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.01 \/ M.197\n\t<\/h4>\n\t<p>Meine Frau irrt, wenn sie sich etwas auf ihre Philosophie einbildet; sie ist keineswegs Philosophin, sie ist Dichterin. Sie f\u00f6rdert Ideen zutage, wie die Pflanze Blumen hervorbringt, nur rascher und reichlicher. Sie glaubt nicht an ihre Folgerungen, sie zweifelt aber auch nicht daran. Sie produziert sie, und das gen\u00fcgt ihr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Daher kommt es, da\u00df sie mich immer in den Redeschlachten besiegt. Sie hat vier Ideen, w\u00e4hrend ich nur eine einzige habe. Daher kommt auch, da\u00df keine ihrer Ideen in Ruhe reift. Es sind Funken, die aufgl\u00fchen und verl\u00f6schen. Es liegt mehr Philosophie in zwei vertieften, abgewogenen, der Wirklichkeit gegen\u00fcbergestellten Gedanken als in hundert Ideen, die durch das Spiel der Phantasie in den Wind geworfen werden. Die Philosophie ist eine Zucht. Der Geist meiner Frau kennt keine Zucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies erinnert mich an mein Ideal, die Weisheit zu dreien zu suchen, mit einer Frau und einem Freund. Die G\u00f6tter erlauben nicht, da\u00df mir dies Gl\u00fcck g\u00e4nzlich beschieden sei. Aber wenn sie mir einen Teil verweigert haben, so ist dies kein Grund, da\u00df ich g\u00e4nzlich verzichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle immer mehr das Bed\u00fcrfnis nach einem Freund.<\/p>\n<h4>\n\t\tZweiter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.02 \/ M.198\n\t<\/h4>\n\t<p>Wir hatten in Mu\u00dfe gefr\u00fchst\u00fcckt, hatten Anemonen und Soldanellen gespeist. Wir lagen in der Sonne auf einer sauberen und warmen Steinplatte, und ich schnurrte gem\u00fctlich mit halbgeschlossenen Augen, w\u00e4hrend meine Frau mit meinem Halsband spielte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Was f\u00fcr Scherereien man mit diesen Gatten hat, die an nichts glauben&#8221;, sagte sie und liebkoste mich mit der Pfote.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich schlo\u00df die Augen und antwortete wie im Traum:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Und was f\u00fcr Scherereien mit diesen Frauchen, die immer glauben, da\u00df sie an etwas glauben.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie fuhr fort, mich mit der Pfote zu streicheln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Kann mir der Herr Philosoph vielleicht sagen, wieviel Kinder er bisher gehabt hat?&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Philosoph schnurrte, z\u00e4hlte an seinen Krallen und fand, was er ja l\u00e4ngst wu\u00dfte, da\u00df er f\u00fcnfmal Familienvater gewesen war und dreiundzwanzig Kinder gehabt hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Dreiundzwanzig!&#8221;, sagte die Sch\u00f6ne, &#8220;ich k\u00f6nnte dir noch abgeben; als f\u00fcnfmalige Familienmutter habe ich zweiunddrei\u00dfig Kinder aufgezogen.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei dieser unerh\u00f6rten Zahl h\u00f6rte der Philosoph auf zu schnurren; er versp\u00fcrte ein Beben, das ihn aufspringen lie\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Ja&#8221;, fuhr sie fort, &#8220;das beweist dir, da\u00df deine Philosophie zu nichts f\u00fchrt. Leben hei\u00dft glauben und viel Kinder haben.&#8221;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei diesen Worten erhielt der Philosoph, der sich von neuem mit geschlossenen Augen liebkosen lie\u00df, einen heftigen Klaps auf die Schnauze. Er erhob sich im Sprung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6ne spielte auf dem weichen Rasen hundert Schritte entfernt.<\/p>\n<h4>\n\t\tDritter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.03 \/ M.199\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich bereue, da\u00df ich meine Frau bekehren wollte; jetzt will sie mich bekehren.<\/p>\n<h4>\n\t\tVierter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.04 \/ M.200\n\t<\/h4>\n\t<p>All dies Gekritzel macht sie ungeduldig. Es sei Zeit, die ihr geraubt werde, sagt sie. Ich zeigte ihr, da\u00df ich ihre Reden auf diesen Tafeln niederschrieb. Ich sagte, da\u00df ich es tue, um die Erinnerung daran festzuhalten und um stets von neuem ihre Anmut und ihre Beredsamkeit bewundern zu k\u00f6nnen. Sie antwortete, da\u00df sie stets zu meiner Verf\u00fcgung stehe, und da\u00df diese zu Stein erstarrte Beredsamkeit nicht an die lebendige Sprache heranreiche. Wenn die Quelle flie\u00dft, warum ihr Wasser zur\u00fcckbehalten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wollte ihr einige Abschnitte dieses Tagesbuches vorlesen. Unn\u00fctz. Sie verachtet alles Geschriebene.<\/p>\n<h4>\n\t\tF\u00fcnfter Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.05a \/ M.201\n\t<\/h4>\n\t<p>Die Ungeduld beginnt sie zu \u00fcbermannen. Wohin wird uns das f\u00fchren? O G\u00f6tter, bewahrt mich davor, zwischen ihr und der Weisheit w\u00e4hlen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>\n\t\tAm selben Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.05b \/ M.202\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich entschlo\u00df mich, meine Tafeln zu retten. Sie sind ihr verha\u00dft, und man wei\u00df nicht, welche Absichten ihr der Ha\u00df einfl\u00f6\u00dfen k\u00f6nnte. Ich werde sie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in die Kristallgrotte tragen und sie dem Schutze der Gottheit, die sie bewohnt, empfehlen.<\/p>\n<h4>\n\t\tSechster Tag\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tM.03.02.04.06 \/ M.203\n\t<\/h4>\n\t<p>Ich begann mit dem Wegschleppen meiner Tafeln. Es ist ein gro\u00dfes Unterfangen. Meine Frau spottet \u00fcber mich.<\/p>\n<h3>\n\t\tE. Rambert: La marmotte au collier (1889)\n\t<\/h3>\n<h4>\n\t\t\u00fcbers. A. Graber: Das Murmeltier mit dem Halsband (1929)\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tThe Marmot with the Collar<br \/>A Trilingual Edition\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tPart 03.02 (Deutsch)\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\tRichard L. HewittKamuzu Academy, Malawi\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\t2020 &#8211; 2022\n\t<\/h4>\n\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/the_phases_of_the_moon.jpg\" alt=\"the_phases_of_the_moon\" itemprop=\"image\" height=\"228\" width=\"522\" title=\"the_phases_of_the_moon\" onerror=\"this.style.display='none'\"  \/>\n<h4>\n\t\t<a href=\"http:\/\/eugene-rambert.snakeshead.org\" title=\"http:\/\/eugene-rambert.snakeshead.org\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">\n\t\thttp:\/\/eugene-rambert.snakeshead.org\n\t\t<\/a>\n\t<\/h4>\n<h4>\n\t\t<a href=\"http:\/\/philosophical-marmot.snakeshead.org\" title=\"http:\/\/philosophical-marmot.snakeshead.org\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">\n\t\thttp:\/\/philosophical-marmot.snakeshead.org\n\t\t<\/a>\n\t<\/h4>\n\t\t\t<a href=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/de\/teil_03\/lawinenmond\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener\">\n\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t<a href=\"http:\/\/snakeshead.org\/wp\/philosophical_marmot\/de\/teil_03\/magerer_mond\/\" target=\"_self\" role=\"button\" rel=\"noopener\">\n\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Murmeltier mit dem HalsbandTagebuch eines Philosophen Teil III &#8211; LiebesmondDritter Sommer M.03.02.01.01a \/ M.175 &#8211; M.03.02.04.06 \/ M.203 SPRACHE Fran\u00e7ais Deutsch English Neumond Erster Tag M.03.02.01.01a \/ M.175 Der Liebesmond k\u00fcndet sich schlecht an. Der Gatte meiner Nachbarin ist pl\u00f6tzlich gestorben. 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